Hintergrund der Arbeit
Visualisierungsmethodiken können verwendet werden, um komplexe Zusammenhänge in Datensätzen darzustellen, neues Wissen zu generieren oder umfangreiche Informationen überhaupt zugänglich bzw. "begreifbar" zu machen. Die besondere Herausforderung bei der Visualisierung von Informationen liegt in der Konzentration auf die richtigen Elemente in der richtigen Detailtiefe und der Auswahl der passenden Visualisierungswerkzeuge, beispielsweise Graphen.
Auch wenn die Visualisierung bereits in der Medizin, der Organisationstheorie oder der Darstellung von Chronologien mit einer Bandbreite von simpler Darstellung bis hin zur Kunstform (z.B. blog.blprnt.com/selected-works) eingesetzt wird, gibt es Themengebiete, in denen die Visualisierung noch keine bzw. kaum Anwendung gefunden hat, obwohl diese Gebiete stark davon profitieren würden. Solch ein Einsatzgebiet sind Literaturverzeichnisse, wie sie in der Wissenschaft zum Einsatz kommen: hier müssen mitunter mehrere hundert Quellen verwaltet werden, die neben allgemeinen Meta-Daten wie Autoren, Publikationsort (Journal, Proceedings, ...) oder Fundort auch anwenderspezifische Informationen wie Tags, Ratings oder thematische Querverweise enthalten kann. Für die reine textuelle Verwaltung dieser Quellen gibt es eine Vielzahl an Werkzeugen, nicht aber für die Generierung von neuem Wissen, wie der Erkennung von Forschungsclustern, Experten zu bestimmten Themengebieten oder indirekten Zusammenhängen von Dokumenten. Dieses Wissen muss momentan von jedem Anwender mit erheblichem Arbeitsaufwand und Erfahrung individuell neu generiert werden.
Ziel der Arbeit
Ziel der Arbeit ist es, ein Tool zur Visualisierung von Literaturverzeichnissen zu entwickeln, mittels dem neben der reinen Verwaltung auch die genannte Wissensgenerierung möglich ist. Die Verwaltung umfasst beispielsweise Funktionalitäten wie das Anlegen/Bearbeiten/Löschen von Einträgen. Für die Generierung von Wissen wäre beispielsweise ein Graph denkbar, der sich je nach Filter-/Suchkriterien anpasst, d.h. die Einträge anhand von Tags, Autor-Publikations-Beziehungen oder Publikationsorten sortiert und darstellt.
Es soll eine Analyse durchgeführt werden, wie Informationen im Allgemeinen darstellbar sind und anhand einer Anforderungsanalyse ermittelt werden, welche dieser Darstellungsformen sinnvoll und einzusetzen sind. Aus diesen Ergebnissen soll ein Systementwurf inklusive Datenmodell entwickelt werden, mittels dem die analysierten Anforderungen erfüllt werden können. Besonderes Augenmerk soll im Systementwurf auf verschiedene Visualisierungskonzepte und deren Implementierungen gelegt werden. Der Systementwurf soll in eine produktive Implementierung umgesetzt werden. Die Produktivimplementierung soll mit dem gängigen Bibtex-Datenformat umgehen können, d.h. es soll ein Export und im besten Fall auch ein Import von Daten möglich sein. Der Systementwurf soll entsprechend den gängigen Konzepten des Software-Engineerings entwickelt werden.
Aufgabensteller: Prof. Dr. D. Kranzlmüller
Anforderungen: Grundkenntnisse der Software-Entwicklung, eine geeignete Programmiersprache für die Umsetzung, Ästhetikverständnis.
Dauer der Bachelorarbeit: gemäß Studienordnung
Anzahl Bearbeiter: 1
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