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Open Distributed Management Architecture

    Für den Bereich System- und Anwendungsmanagement entwickelt die ISO auf dem RM-ODP aufbauend die Open Distributed Management Architecture (ODMA) [#!ituodma!#]. Dieser Standard beschreibt eine Architektur zur Spezifikation und Entwurf von verteilten Managementanwendungen wie auch von Applikationen für das Management von verteilten Anwendungen. ODMA erweitert die Konzepte und Managementfunktionen der OSI Systems Management Architecture [#!iso10040!#] auf offene, verteilte Systeme und stützt sich dabei in weiten Teilen auf RM-ODP ab [#!sido98!#]. Begleitdokumente zu ODMA beinhalten Übersichten zur Angleichung der ODP-Terminologie an die Begriffswelt des OSI-Systemmanagements. Ein ODMA-System wird mit Hilfe der fünf RM-ODP Viewpoints beschrieben wobei ODMA als Notation zur Beschreibung von Objekten des Information Viewpoints sowohl OMT als auch GDMO sowie das OSI General Relationship Model (GRM) als Notation für Computational Objects verwendet. Schnittstellendefinitionen konkreter Implementierungen können entweder in OMG IDL oder in GDMO deklariert werden, da sowohl OSI als auch CORBA als Kandidaten zur Implementierung von ODMA-Systemen vorgesehen sind. Interaktionen zwischen Objekten des Engineering Viewpoints erfolgen protokollorientiert, wobei diese sich an den CMIS-Dienstelementen anlehnen.

Die Abstützung auf OSI/TMN und CORBA ist der Ursprung für die Fähigkeiten von ODMA, sowohl potentiell verteilte Ressourcen wie Netzkomponenten, Systeme und Anwendungen zu überwachen und zu steuern sowie die hierzu notwendigen Managementaktivitäten ebenfalls verteilt zu erbringen. Desweiteren beinhaltet ODMA Mittel zur dynamischen Delegierung von Managementaktivitäten durch Manager an Agenten sowie Funktionalität zur Koordination verteilter Managementaktivitäten. Die Verwendung von RM-ODP bringt die Erreichung von Transparenz mit sich; diese Transparenz bezieht sich dabei sowohl auf die verwendeten Kommunikationsprotokolle, als auch auf die in Abschnitt [*] besprochenen allgemeinen Aspekte der Verteilung, wie z.B. die Portabilität von Managementapplikationen. Im Computational Viewpoint der ODMA sind Manager und Agent Computational Objects mit Managementschnittstellen. Es handelt sich hierbei stets um sog. operational Interfaces. Ein Manager besitzt eine Client-Schnittstelle, über die er Operationen wie get(attr) oder set(attr) auf einer Server-Schnittstelle eines Agenten ausführen kann. Umgekehrt kann der Agent asynchrone Ereignisse über seine Client-Schnittstelle an den Manager senden. Dieser empfängt die Meldungen an seiner Server-Schnittstelle. Ereignisse werden also wie Managementoperationen modelliert, die von Agenten ausgehen. Dieses Vorgehen entspricht exakt der Zustellung von Ereignismeldungen in CORBA. Bevor diese Interaktionen stattfinden können, müssen Manager und Agent entsprechende Bindungen eingehen.

Die Erarbeitung von Migrationskonzepten von gegenwärtigen proprietären oder TMN-basierten Managementlösungen hin zu ODMA zählt ebenfalls zum Aufgabenumfang der für ODMA zuständigen Gruppe, jedoch liegen diese zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht vor.



 
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